Der Golftruck Blog: Die 5 größten mentalen Fehler im Golf - Der Weg zur sicheren Zone

18.05.2017

Die 5 größten mentalen Fehler im Golf - Der Weg zur sicheren Zone

Jeder möchte sich gern häufiger in "der Zone" befinden. Wir alle haben sie erlebt - nichts konnte uns dann mehr beeinflussen - und wir sehnen uns nach der Möglichkeit, sie im richtigen Moment auf dem Platz wieder zu finden. Aber wenn wir während des Spiels versuchen, wieder in die Zone zu kommen, scheint sie uns immer zu entrinnen. Und wir sind inzwischen fest davon überzeugt, dass dieser High-Performance-Zustand etwas ist, was sich einfach so ergibt, nach dem Zufallsprinzip.

Doch was ist, wenn ich Ihnen sage, dass das nicht wahr ist? Was wenn es tatsächlich möglich ist, ganz natürlich und immer wieder in diese Zone zu kommen?
Ed Tseng ist ein international anerkannter Mentaltrainer, der über 20 Jahre mit Tennis-, Baseball-, Basketball- und Golf-Professionals zusammengearbeitet hat und ihnen dabei half ihr Bestes zu geben, wenn es am meisten darauf ankam. Er erklärt, wieso einige unter Druck schlechter spielen und was Golfer tun können, um in ihre Zone zu kommen und damit niedrigere Scores erzielen.

1. Sie denken zu viel über ihre Gedanken. 
 

Eine Runde Golf bietet leider eine riesige Menge an Bedenkzeit.  Nach jedem Schlag fangen wir an zu denken. Das Problem sind jedoch nicht die verschiedenen Gedanken, die uns dann im Kopf herumschwirren, das Problem ist vielmehr, dass wir zu viel Zeit damit verbringen, über unser Gedanken zu denken. Selbst die besten Golfer der Welt haben mal schlechte Gedanken während einer Runde, doch der Unterschied zwischen ihnen und dem Rest der Welt besteht darin, dass sie sich nicht darum kümmern, wenn diese Gedanken entstehen.


2. Sie beschuldigen externen Quellen für ihre Gefühle. 


99,9 Prozent aller Golfer werden zustimmen, dass ein verschobener 1 Meter Putt, schlechte Wetterbedingungen, und/oder das Rundenergebnis Ihre Gefühle sehr stark beeinflussen können. Wissen Sie was? Nichts von außerhalb kann beeinflussen, wie Sie sich fühlen! Das einzige, was Ihre Gefühle wirklich beeinflussen kann, ist Ihr Denken in dem Moment. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie verschieben einen 1 Meter Putt und denken danach: "Wie konnte ich den nur vorbeischieben?" Es scheint, das der nicht gelochte Putt Sie wütend macht. Aber nehmen Sie eine zweite Situation: Sie sind sehr zuversichtlich unterwegs und verschieben auch einen 1 Meter Putt. Würden Sie jetzt auf die gleiche Weise reagieren? Definitiv nicht! Sie werden wahrscheinlich etwas sagen wie: "Das ist nur ein Schlag, keine große Sache." Es ist also nicht der Umstand, der Ihre Gefühle auslöst, es ist zu 100 Prozent Ihr Denken über den Umstand. 


3. Sie glauben, dass positive Gedanken besser sind als negative Gedanken. 


Wenn Sie an dieses Paradigma glauben, erstellen Sie eine falsche Dualität! Wenn Sie keine positiven Gedanken haben, dann fangen Sie verzweifelt an welche zu finden und das verursacht bei Ihnen Stress und lässt Sie sich nicht auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren. Aber nur der gegenwärtige Moment ist jener, in welchem Sie Ihr bestes Golf spielen können. Die Realität ist, auch positive Gedanken können Sie verletzen. Was wäre, wenn Sie permanent denken würden: "Hey ich spiele heute großartig"? Wäre dann nicht bei jedem folgenden Schlag die Gefahr einer Abwärtsspirale in Ihrer Leistung zu befürchten? Diesen Stress, diese vermeintlich positiven Gedanken, können Sie nicht wirklich gebrauchen. Der Schlüssel ist nicht positiv zu bleiben und negative Gedanken zu vermeiden. Der Schlüssel ist gelassen zu bleiben, unabhängig davon, welche Gedanken in Ihrem Kopf gerade hochkommen, und sich immer wieder auf den Schwung, den nächsten Schlag und die Flugbahn zu konzentrieren.

4. Sie konzentrieren sich auf die Vergangenheit oder die Zukunft.

Sie können aus der Vergangenheit lernen, und für die Zukunft planen, doch bitte leben Sie dort nicht. Die Konzentration auf einen vergangenen Schlag ist wie der Versuch, ein Auto mit dem Blick in den Rückspiegel vorwärts fahren zu wollen. Und auch die Vorstellung der Zukunft (gut oder schlecht) verhindert qualitativ gute Schläge im aktuellen Augenblick. Wir können nur das spüren, was im aktuellen Moment passiert. Wenn wir uns also auf die Vergangenheit oder die Zukunft konzentrieren, sind wir nicht im Fluss und uns fehlt die Zufriedenheit, die Gegenwart zu erleben.


5. Sie nutzen Techniken, Routinen und Rituale, um in die Zone zu kommen.


Die Menschen erkennen nicht, dass die Zone unser Standard ist, unsere wahre Natur. Schauen Sie sich kleine Kinder an! Sie sind immer nur in dem Moment und haben keine Strategie, um dorthin zu gelangen. Wenn wir unser bestes Golf spielen, dann denken wir nicht zu viel und spielen deshalb "außerhalb unseres Geistes." Also wozu sollten wir Techniken, Routinen und Rituale verwenden, um in die Zone zu kommen? Es funktioniert so nicht, und es ist auch nicht notwendig.